Patronat: Indien (seit 1748); des Vereins zur Verbreitung des Glaubens (seit 1904) und der katholischen Presse; der Philosophischen Fakultät Freiburg im Breisgau; der Weltmission (seit 1927); der Seeleute und Glaubensboten; gegen Sturm und Pest; für eine gute Sterbestunde
Franz Xaver, 1506 als Sohn eines Adligen in der nordostspanischen Provinz Navarra geboren, studierte ab 1525 in Paris Theologie, wo er sich Ignatius von Loyola (1491–1556; Heiliger) anschloss, unter dessen Leitung am 15. August 1534 die »Societas Jesu« (Gesellschaft Jesu, Jesuiten) ins Leben gerufen wurde. Nach seiner Priesterweihe 1537 in Venedig ging er mit Ignatius nach Rom, wo sie die Ordensregeln ausarbeiteten und mit der Verbreitung des Ordens begannen.
1541 von Papst Paul III. zum Gesandten für ganz Asien ernannt, reiste Franz Xaver auf einem Schiff des portugiesischen Königs Johann III. zunächst nach Goa (Südwestindien). In der portugiesischen Kolonie soll er der Überlieferung nach innerhalb von zwei Jahren rund 30.000 Inder zum christlichen Glauben geführt und getauft haben. Sein großer Erfolg beruhte u. a. darauf, dass er versuchte, die Sprachen der Einheimischen zu erlernen und seine Bekehrungsmethoden den Riten und Gebräuchen der fremden Völker anzupassen.
Ab 1545 wirkte Franz Xaver in der portugiesischen Kolonie Malakka (im Süden des heutigen Malaysia) und auf mehreren Inseln des heutigen Indonesien, wo er Missionsstationen gründete und Einheimische zu Glaubensboten ausbildete. Im August 1549 betrat er japanischen Boden, hatte hier aber mit seinen Missionierungsversuchen nur mäßigen Erfolg. Es gelang ihm zwar, in Kagoshima (Südinsel Kyushu) und in Yamaguchi (in Süden der Hauptinsel Honshu) zwei christliche Gemeinden zu gründen, doch als er 1551 nach wochenlangem Fußmarsch in der Hauptstadt Miyako (Kyoto) ankam und den Kaiser besuchen wollte, verweigerte ihm dieser eine Audienz. Enttäuscht kehrte er im November nach Goa zurück, wo er jedoch schon im April 1552 wieder ein Schiff bestieg und nach Sancian (Santschao) fuhr. Die Insel in der Bucht von Kanton war ein Treffpunkt portugiesischer und chinesischer Kaufleute, doch der Zutritt nach China selbst war Ausländern strengstens verboten. So wagte niemand, ihn aufs Festland zu bringen. Von all seinen Begleitern verlassen und vom Kummer verzehrt, starb Franz Xaver am 3. Dezember 1552. Sein Leichnam wurde nach Goa überführt und dort 1554 zur letzten Ruhe gebettet. Im Jahr 1615 wurde sein rechter Unterarm als Reliquie nach Rom gebracht, wo er auf dem Franz-Xaver-Altar in der Jesuitenkirche Il Gesù noch heute verehrt wird.
Von Franz Xaver sind mehr als 1.500 Briefe erhalten, die er aus Indien und Ostasien nach Rom schickte. Sie waren nach seinem Tod veröffentlicht worden und hatten in Europa eine ungeheure Begeisterungswelle für die Mission ausgelöst und Tausende zur Nachfolge bewogen.
Darstellung: im Jesuitentalar; auf einem Schiff, Kranke heilend, predigend oder bei der Taufe eines Inders
Attribute: Kruzifix, flammendes Herz (Liebe zu Jesus und Maria), Lilie (Symbol der Keuschheit), Pilgerstab und -muschel (Symbole für seine zahlreichen Reisen), Krebs (weil ihm der Legende nach ein Krebs sein während einer Fahrt übers Meer verlorenes Kreuz zurückbrachte)

Quelle: Herder-Verlag