Kirche St. Nikolaus
Kreuztragender Heiland
In der Papsturkunde vom 5.8.1178 wird "Elzachfeld" erstmals erwähnt und besaß bereits eine Kirche. Der stattliche Kirchenbau gehört drei Bauperioden an. Über die Baugeschichte liegen nur spärliche Nachrichten, frühestens aus dem 16. Jahrhundert vor. Die heutige Kirche steht an der Stelle einer älteren Vorgängerin, deren tiefer liegenden Ziegelsteinboden man 1936 bei Ausschachtungsarbeiten unter dem Chor fand. Der spätgotische Chorbau wurde 1522 begonnen, wie mehrere Jahreszahlen ausweisen. Der in drei Seiten eines Achtecks schließende Putzbau mit insgesamt fünf, von schönem Maßwerk geschmückten zweibahnigen (eines ist dreiteilig) Fenstern ist von Streben gestützt, die unten rechteckig und im oberen Teil seitlich abgeschrägt sind. Die auf der Nordseite angebaute Sakristei mit viereckigen und spitzbogigen Fensteröffnungen hat als Gewölbeschlußsteine die Wappenreliefs der Ortsherrschaft von Rechberg (Löwen) und von Arco (Pfeilbogen). Diese Wappenreliefs samt der Jahreszahl MCCCCCXII sind auch and der östlichen Ecke zu sehen. Den Chor betritt man von außen durch ein rundbogiges Pförtchen auf der Südseite, das sogenannte Segentürchen, dess Sturz ebenfalls durch die Wappenreliefs Rechberg-Arco und die Jahreszahl 1522 geschmückt ist. 1551, 1589 und 1614 hören wir von Bau-und Reparaturarbeiten an der Kirche. Nach dem Dreißigjährigen Krieg mußte das Langhaus neugebaut werden. Am 27.5.1725 konsekriert der Weihbischof von Konstanz Johann Franz Anton von Sirgenstein die beiden Seitenaltäre und weiht den Friedhof ein. Dieses Langhaus, das ein Netzgewölbe aus Stuck aufwies, mußte durch Strebepfeiler gestützt werden.
In den Jahren 1957/58 wurde das Langhaus in modernem Basilikenstil neugebaut und durch Seitenschiffe erweitert. An der Außenfassade des südlichen Seitenschiffes befindet sich ein St. Nikolausfresko des einheimischen Malers und Bildhauers Erwin Krumm (geboren 1898 in Elzach, gestorben 1980). Das Gemälde zeigt die Errettung eines Schiffes aus Seenot auf die Fürbitte des Heiligen. Am 6.9.1958 wurde die Kirche durch Erzbischof Dr. Hermann Schäufele geweiht und ein Altar konsekriert. In den Jahren 1824 bis 1828 wurde nach dem Plan von Bezirksbaumeister Kunz in Freiburg ein neuer Kirchturm im Weinbrennerstil anstelle eines baufälligen Vorgängers erbaut. Dieses Wahrzeichen Elzachs ist ohne Turmkreuz 46m hoch. Das Doppelkreuz stammt von der abgebrochenen Abteikirche Ettenheimmünster. Der wuchtige Turm trägt ein machtvolles Geläute von sechs Glocken, deren älteste, die Nikolausglocke, 1463 und die Kapellenglocke 1472 gegossen wurden. Weitere vier Glocken wurden 1957 geweiht (gegossen von Schilling, Heidelberg). Auf der Südseite des Turmes die Sandsteinplastik des "Kreuztragenden Heilandes" von 1887. Über dem Hauptportal die Kopie einer Immakulata nach Joh. Chr. Wentzinger (geb. 1710 in Ehrenstetten, gest. 1797 in Freiburg).




