Pfarrkirche St. Stephan
Geschichtlich gesichert ist, daß in Oberwinden bereits im Jahre 1178 eine Kirche vorhanden war. Diese stand beim Friedhof. Es war eine barocke Kirche. 1772 wurde sie verlängert und 1843 abgebrochen. Als selbstständige Pfarrei ist Oberwinden 1493 erwähnt. Zuvor (1275-1440) war Oberwinden Filiale der Martinskirche in Waldkirch. Von 1832- 1840 dauerte die Planung der heutigen Kirche. 1842 war der Bau vollendet. Die Kirche wurde von Baumeister Voß, einem Schüler des bekannten Baumeisters Weinbrenner, entworfen. Der barocke Altar der alten Kirche wurde nicht mehr aufgestellt, weil er nicht zum Stil der neuen Kirche paßte. Der damals neu angeschaffte, klassizistische Hochaltar und die neugotischen Seitenaltäre sind nicht mehr vorhanden. Die jetzigen Barockaltäre und wohl auch die Kanzel kamen aus der Pfarrkirche Berghaupten. Figuren des Hochaltars sind die Apostel Petrus und Paulus. Das neue Altarbild schuf Peter Valentin, aus Offenburg. Es zeigt den Kirchenpatron St. Stephanus über der Gemeinde Oberwinden. Im oberen Teil des Altars ist eine Figur des hl. Michael zu sehen. Die Tabernakeltüren stellen "Maria Verkündigung" dar. Auf den Seitenaltären befinden sich die Figuren einer Immakulata und des hl. Johannes Nepomuk. Die Deckengemälde schuf der Kunstmaler Josef Schultis im Jahre 1909. Wir sehen die Anbetung der Könige, die Auferstehung Christi, das Pfingstwunder und die Krönung Mariens. Bis in die 50er Jahre war die ganze Kirche ausgemalt. Die Ornamentmalerei machte den Kirchenraum eher düster und unruhig. Der jetzt helle Innenraum läßt vor allem die barocke Inneneinrichtung viel leuchtender zur Geltung kommen. Die Glasgemälde kamen 1909 in die Kirche.
Der neue Taufstein mit einem barocken Auferstandenen dürfte aus der Zeit der Erbauung dieser Kirche stammen. Die Figuren an Säulen und Wänden sind wohl von den früheren Altären der ersten Kirchenausstattung und vielleicht auch aus der alten Kirche. Es handelt sich bei den Figuren an den Säulen vermutlich um den Evangelist Johannes, Agnes, Anna und Joachim, Petrus und Paulus. An der Rückwand der Empore befinden sich Figuren der hl. Agatha und des hl. Josef sowie am Eingang Theresia von Lisieux und Konrad von Parzham. Die Pieta rechts beim Chorbogen stammt aus dem Jahre 1770 und die Ölgemälde des Kreuzwegs aus dem Jahre 1860. Zum Abschluß der Renovation unter Pfarrer Ludwig Huber fand 1959 durch Erzbischof Hermann Schäufele die Weihe statt. Unter Pfarrer Karl Kutz wurde 1982 eine weitere Innenrenovation durchgeführt, deren Ergebnis wir in dieser schönen und zur Andacht stimmenden Kirche würdigen können.

