orthodoxe Ostkirchen 1. Januar
Patronat: des Basilianerordens und des gesamten ostkirchlichen Mönchtums
wird in allen christlichen Kirchen als Kirchenlehrer verehrt
Basilius wurde um 330 in der Stadt Cäsarea in Kappadokien (heute Ruinenstätte Eskischehr südwestlich von Kayseri) als Sohn eines angesehenen Rhetors geboren. Bei seinen Studien in Cäsarea, Konstantinopel (ab 1453 Istanbul) und Athen erwarb er eine umfangreiche Bildung und lernte in dieser Zeit seinen engen Freund und Vertrauten Gregor den Jüngeren von Nazianz kennen, der ihn durch viele Stationen seines Lebens begleiten sollte. Im Jahr 356 ließ sich Basilius in seiner Heimatstadt Cäsarea taufen, von dort bereiste er rund zwei Jahre lang verschiedene Klöster in Syrien, Palästina, Ägypten und Mesopotamien und studierte dort das Leben der Mönche.
Nach dem Abschluss seiner Studien soll Basilius sein gesamtes Vermögen verschenkt und sich in eine einsame Gegend am Schwarzen Meer zurückgezogen haben (heute Niksar in der Türkei). Dort sammelte er Gleichgesinnte um sich und arbeitete Regeln für das mönchische und klösterliche Leben aus, eine Art Sittengesetz. Dieses Regelwerk bildet die Grundlage für die heute noch geltenden Klosterstatuten in der griechisch-orthodoxen Kirche. Aus diesem Grund gilt der Heilige Basilius als »Patriarch der griechischen Mönche« oder »Vater des ostkirchlichen Mönchslebens«.
Im Jahr 364 verließ Basilius die Einsamkeit des Klosters und kehrte nach Cäsarea zurück. Dort wurde er nicht nur seelsorgerisch tätig, indem er Hospize und Häuser für die Armen gründete, sondern engagierte sich auch in der Kirchenpolitik. Er wurde zum Priester geweiht und bekämpfte den Arianismus, der durch Kaiser Valens verbreitet wurde. Die Lehre des Arius (um 280–336, Presbyter in Alexandria) besagte, dass Jesus und Gott Vater nicht wesensgleich, sondern nur wesensähnlich seien. Nachdem der Arianismus auf dem ersten Ökumenischen Konzil in Nicäa verdammt worden war, setzte sich die Lehre von der Dreieinigkeit (Wesensgleichheit von Vater, Sohn und Heiligen Geist) durch.
Den päpstlichen Primat lehnte Basilius ab. Er sah in der Person des Bischofs von Rom den Führer nur der abendländischen Bischöfe, erkannte ihm aber die gesamtkirchlich maßgebende Rolle in dogmatischen Fragen zu. Auf dem Gebiet der Ethik war Basilius von neuplatonischen Gedanken stark beeinflusst. Er betonte Vernunft und freien Willen, stellte als wesentliche Lebensregeln für das Streben nach Vollkommenheit »Erkenne dich selbst« und »Achte auf dich selbst« heraus, und überwand gleichzeitig bedenkliche Einseitigkeiten der Askese, wie die Ablehnung der Ehe oder des Eigentums.
Als Eusebius, der Erzbischof von Cäsarea und Patriarch von Kappadokien, starb, wurde Basilius (der zu seiner Zeit schon den Beinamen »der Große« erhielt) im Jahr 370 zu dessen Nachfolger erhoben. Er starb am 1. Januar 379 nach längerer Krankheit im Alter von etwa 50 Jahren in Cäsarea und wurde auch dort begraben.
Basilius’ Schriften, darunter 365 Briefe, zählen heute zu den bedeutendsten Dokumenten der Kirchengeschichte. Er gilt der West- wie der Ostkirche als Kirchenlehrer und ist einer der vier griechischen Kirchenväter (neben Athanasius dem Großen, Gregor dem Jüngeren vonNazianz und Johannes Chrysostomos).
Darstellung: als Einsiedler oder Mönch, im griechisch-orthodoxen Bischofsornat oder in lateinisch-pontifikalen Messgewändern
Attribute: Taube (Symbol des Heiligen Geistes), Kirchenmodell, Bücher, Totenkopf (Sinnbild der Vergänglichkeit des Lebens)

Quelle: Herder-Verlag