Patronat: Bistum Bamberg; der Schwangeren und der kranken Kinder
Kunigunde war die Tochter des Grafen Siegfried von Lützelburg (später Luxemburg) und seiner Frau Hedwig und wurde ums Jahr 980 ebendort geboren. Sie heiratete Heinrich II. (Heiliger) und wurde mit ihm 1002 in Paderborn durch Erzbischof Willigis (Heiliger) zur Königin, und 1014 in Rom durch Papst Benedikt VIII. zur Kaiserin gesalbt. Die Ehe blieb kinderlos; die Legende sieht die Ursache in einem gegenseitigen Keuschheitsgelübde der beiden, vermutlich lag es aber an einer Krankheit Heinrichs. Beim Volk war sie wegen ihrer Bescheidenheit und ihrer Fürsorge für Arme und Kranke beliebt. Eher untypisch für die Zeit übernahm sie Heinrichs Regierungsgeschäfte, wenn er auf Reisen oder Feldzügen weilte, und hatte wohl auch sonst reges Interesse an der Politik. 1007 gründete sie mit ihrem Gemahl das Bistum Bamberg und begann auf der Burg mit dem Bau des Doms. 1017 stiftete sie das Benediktinerinnenkloster Kaufungen (bei Kassel), in das sie nach dem Tod Heinrichs 1025 als einfache Nonne eintrat und wo sie bis zu ihrem Tod am 3. März 1033 (oder 1039) lebte. Ihr Grab ist mit dem ihres Mannes im Bamberger Dom; den prächtigen Sarkophag gestaltete Tilman Riemenschneider. Kunigundes Heiligsprechung erfolgte am 29. März 1200 durch Papst Innozenz III. Ihr Todestag, der 3. März, ist ein wichtiges Datum im Bauernkalender. Die Bauernregel besagt:
»Kunigund macht warm von unt’.«
»Wenn’s zu Kunigunde friert, sie’s noch 40 Nächt’ verspürt!«
Darstellung: als Kaiserin oder Nonne; oft zusammen mit Heinrich II.
Attribute: Krone, Zepter, Reichsapfel, Kreuz, Buch, Kirchenmodell (Bamberger Dom) und Pflugschar (legendäres Gottesurteil: Kunigunde lief barfuß über glühende Pflugeisen, um ihre eheliche Treue zu beweisen)

Quelle: Herder-Verlag