Mamertus von Vienne

Namenstage: Mamertus

Funktion: Heiliger, Bischof von Vienne, »Eisheiliger«

Gedenktag: 11. Mai

Patronat: der Ammen (wegen der Namensähnlichkeit zu lateinisch mamma = Brust), Hirten und der Feuerwehr; gegen Brustkrankheiten, Fieber und Dürre

Mamertus, geboren um 400 in Vienne (an der Rhône südlich von Lyon), war der ältere Bruder des christlichen Dichters und Philosophen Claudianus Mamertus (gestorben um 474) und wurde vermutlich im Jahr 461 Bischof seiner Heimatstadt. Bald nach seinem Amtsantritt überwarf er sich mit Papst Hilarius (461–68; hl.) wegen einer unter dessen Vorgänger Leo I. dem Großen (440–61; hl.) durchgeführten Neueinteilung der Bistümer in Südgallien. Unter Missachtung der Rechte des Metropoliten von Arles setzte er 463 selbst einen neuen Bischof in St. Dié (in den Westvogesen, Lothringen) ein und wurde dafür vom Papst scharf gerügt.

Nach mehreren Erdbeben und Großbränden, die in Vienne zu verheerenden  Zerstörungen geführt hatten, richtete Mamertus zur Abwendung von Naturkatastrophen und anderen Heimsuchungen 470 die Bittgänge an den drei Tagen vor dem Fest Christi Himmelfahrt ein, indem er die schon zuvor üblichen Litaneien und Bittgebete neu ordnete. Der Brauch verbreitete sich rasch in ganz Gallien und Spanien und wurde später auch von Rom übernommen.

Mamertus starb um 477 in Vienne und wurde wegen wundersamer Heilungen, die sich an seinem Grab ereignet haben sollen, schon bald als Heiliger verehrt. Der Legende nach wurden seine Gebeine später nach Orléans übertragen.

Im deutschen Sprachraum gibt es die umgangssprachliche Bezeichnung »Eisheilige « für die Tage vom 11. Bis 15. Mai, an denen oft der letzte Frost auftritt. Die Tagesheiligen sind Mamertus, Pankratius (Pankraz), Servatius von Tongern, Bonifatius von Tarsus und Sophia von Rom (»Kalte Sophie«).

Die Bauernregel weiß zum 11. Mai:

»Der heilige Mamerz hat von Eis ein Herz.«

Darstellung: als Bischof im Ornat

Attribute: Mitra, Stab; brennende Kerze

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010