Birgitta (Brigitta) von Schweden

Namenstage: Birgit, Brigitte, Britta

Funktion: Heilige, Mystikerin, Ordensgründerin

Gedenktag: 23. Juli

in Schweden 7. Oktober

Patronat: Europa, Schweden; der Pilger; für einen sanften Tod

besonders verehrt in Schweden (»Schwedens größte Frau«)

Birgitta wurde vermutlich im Oktober 1303 in der Nähe von Uppsala in Schweden als Tochter eines reichen Elternhauses geboren. Ihr Vater war als »Lagmann« in der Verwaltung und Rechtssprechung ein bedeutender Mann und verfügte über einen großen Grundbesitz. Mit elf Jahren verlor Birgitta ihre Mutter, diese soll vor der Geburt ihrer Tochter eine Vision gehabt haben, die ihr ein »seliges« Kind voraussagte. Die fromme Erziehung Birgittas wurde von einer Tante fortgeführt. Mit knapp 14 Jahren wurde Birgitta mit dem Adligen Ulf Gudmarson verheiratet, mit dem sie acht Kinder hatte. Schon damals sollen Wohltätigkeit und Güte von Birgitta bekannt gewesen sein, die neben ihren häuslichen Pflichten auch Hospitäler und Klöster unterstützte. 1335 wurde Birgitta von dem schwedischen und norwegischen König Magnus Eriksson an seinen Hof in Stockholm gerufen. 1342–43 reiste sie gemeinsam mit ihrem Ehemann zum Grab des Heiligen Jakobus in Santiago de Compostela in Spanien. Nach der Heimkehr zog sich Birgittas Ehemann in ein Kloster zurück, wo er nur wenig später starb. Schon als Kind soll Birgitta Visionen vom gekreuzigten Christus gehabt haben, die sich jetzt wiederholten und ihr mitteilten, sie solle nun Gottes Braut und Mittlerin werden. Über 600 dieser Visionen wurden von Birgittas Beichtvätern aufgeschrieben und teilweise ins Lateinische übersetzt. Birgitta gründete den »Erlöserorden«, der später nach ihr »Birgittenorden« genannt wurde. Der Orden basierte auf dem Regelwerk des Augustinus, das aber von Birgitta ergänzt wurde: Schwestern (Nonnen) und Priester sollten gemeinsam eine Art Klosterfamilie bilden. König Magnus Eriksson schenkte ihr das Gut Vadstena am Vätternsee, wo das erste Kloster errichtet werden sollte. 1349 reiste Birgitta gemeinsam mit ihrer Tochter Katharina, die später ihr Lebenswerk weiterführen sollte, nach Rom. Dort wollte sie die päpstliche Anerkennung ihres Ordens erwirken, gleichzeitig setzte sie sich für die Rückkehr der Päpste von Avignon nach Rom ein. Erst 1370 wurde der Erlöserorden von Papst Urban V. bestätigt. Im Jahr 1372 unternahm Birgitta gemeinsam mit Katharina eine Wallfahrt ins Heilige Land. Kurz nach ihrer Rückkehr starb sie in Rom am 23. Juli 1373. Katharina überführte den Leichnam Birgittas nach Schweden, wo er in Vadstena bestattet wurde. 1391 wurde Birgitta auf nachhaltiges Betreiben ihrer Tochter von Papst Clemens VI. heiliggesprochen (eine der wenigen Mütter und Ehefrauen, die heiliggesprochen wurden) und zur Patronin Schwedens erhoben. 1998 erklärte sie Papst Johannes Paul II. zur Schutzheiligen Europas.

Darstellung: als Pilgerin oder als Nonne mit Birgittenhaube (Bügelkrone mit fünf roten Flecken, die die fünf Wunden Christi bedeuten)

Attribute: Äbtissinnenstab, Buch, Schreibfeder, Tintenfass, Pilgerstab, -flasche und -hut, Herz mit Kreuz

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010